Geschichte

Am 17. Dezember 1844 wurde in Detmold die Freimaurerloge „Zur Rose am Teutoburger Walde“ ins Leben gerufen. Der damalige Fürst zur Lippe, Leopold II., überreichte an diesem Tag den versammelten achtzehn Logenbrüdern die Bestätigungsurkunde und stellte die Loge unter seinen persönlichen Schutz. Die versammelten Mitglieder der neuen Loge stammten allesamt aus auswärtigen Logen.

Am 5. März 1845 konnte die freimaurerische Arbeit in Detmold beginnen. Die Loge war Mitglied der „Großen National Mutterloge der Freimaurer in den preußischen Staaten“, genannt „Zu den drei Weltkugeln“. Dieser Großloge gehörte sie bis zur erzwungenen Auflösung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1935 an.

Die Bruderschaft traf sich in den ersten Jahren regelmäßig im Gasthof „Zur Stadt Frankfurt“ in Detmold, später fanden die Treffen an wechselnden Orten statt. 40 Jahre nach Gründung der Loge, im Jahr 1884 war dann endlich das eigene Logenhaus fertig und konnte bezogen werden.

 

 

Die Mitgliederzahl wuchs ständig, und gegen Ende des Jahrhunderts lag sie bei fast 100 Brüdern.

Großer Beliebtheit erfreuten sich neben den rituellen freimaurerischen Arbeiten die geselligen Veranstaltungen: öffentlichen Vorträge, Konzerte und Ausflüge, sowie die treffen mit den befreundeten Nachbarlogen, an denen in aller Regel auch die Frauen der Mitglieder teilnahmen.

Die Pflege der Musik wurde durch eine Reihe musikalischer Brüder gefördert, die seit 1855 ein "Musikalisches Collegium" bildeten unter dem Hofmusikus August Wilhelm Räuber, einem engen Freund Albert Lortzings. Zahlreiche Kompositionen für freimaurerische Feste stammen von Lortzing selbst; der sich bis an sein Lebensende zum Freimaurertum mit den Worten bekannte:

"Die Zugehörigkeit zur Loge war ein nicht unwichtiger Bestandteil meines Lebens".

Damals wie heute waren der Hang zur Freundschaft und die Neigung zur Humanität und Toleranz die starken Anziehungspunkte und wesentliche Voraussetzungen für den Eintritt in eine Loge. Die Pflege und Entwicklung der Persönlichkeit, die "Arbeit am rauen Stein", also an sich selbst zu arbeiten, zur Veredelung des Menschen allgemein, sind die wichtigsten Aufgaben der Freimaurer geblieben.

Die Loge arbeitete bis zu ihrer Auflösung 1935. Das Logenhaus wurde von 1935 bis 1945 von der NSDAP als Parteizentrale zweckentfremdet und nach Kriegsende bis 1951 von der englischen Besatzungsmacht beschlagnahmt. Als jedoch 1946 die britische Militärregierung die Neugründung freimaurerischer Vereinigungen genehmigte, fanden die verbliebenen Detmolder Brüder schnell wieder zusammen.

Nach einer gründlichen Instandsetzung aller Räume des 1949 zurück erworbenen Logenhauses, konnten ab Januar 1952 endlich wieder Treffen im eigenen Logenhaus stattfinden. 

Nach der Wiedereröffnung hat sich die Loge der neu gegründeten deutschen Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland angeschlossen.

Das Logenleben blühte wieder auf. Die Clubabende, die rituellen Arbeiten und die Festlogen wurden wieder viel und gern besuchte Institutionen freimaurerischer und gesellschaftlicher Zusammenkünfte in Detmold und in den benachbarten Logen.

Traditionsbewusstsein ist von jeher in dieser Loge sehr ausgeprägt gewesen. Das durch glückliche Umstände trotz langer Beschlagnahme erhalten gebliebene Archiv birgt viele Dokumente, Mitgliederverzeichnisse, Urkunden und Berichte über alle größeren Veranstaltungen.

Durch die vom freimaurerischen Geist getragene Begegnung zweier Brüder entwickelte sich in der ersten Nachkriegszeit ein bis heute andauerndes besonders herzliches Verhältnis zu den niederländischen Logen „Concordia Res Parvae Crescunt" und „Concordia ad Libertatem“ in Sneek/Friesland. 2009 wurde das 50jährige Bestehen dieser Verbundenheit würdig gefeiert.

In den siebziger Jahren stand die Detmolder Loge vor der Frage, wie kann man das große, alte Logen-Haus unterhalten. Die Entscheidung wurde in einer Mitgliederversammlung 1980 getroffen und lautete mehrheitlich: Erwerb einer neuen Bleibe. Das alte Logengebäude wurde an die Sparkasse Detmold verkauft und ist heute ein Teil des Sparkassenkomplexes in der Bielefelder Straße.

Die Logenräume befinden sich seitdem im Rosental 13, direkt gegenüber der Stadthalle.

 

 

Im März 1985 konnten die Detmolder Freimaurer unter Beteiligung vieler Logen aus dem In- und Ausland im Rahmen ihres 140. Stiftungsfestes die Weihe des neuen Tempels feiern. Seitdem arbeitet hier die Freimaurerloge „Zur Rose am Teutoburger Walde“ in der Überzeugung der Richtigkeit ihrer Ideale.

 

 


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